Fachtherapeut Schule

Weiterbildung zum Fachtherapeut Schule

 

Berlin – Hamburg – Dresden - München – Mannheim – Stuttgart - Köln

 

Die Weiterbildung zum „Fachtherapeut Schule“ will den wachsenden Spezialisierungsanforderungen pädagogischer und therapeutischer Einrichtungen zum Thema Schule gerecht werden. Unser Ziel ist es, für Sie die Qualität von Evaluation, Behandlung und Beratung von Schulkindern, sowie Eltern und Lehrern ständig weiter zu entwickeln, um dadurch die Effektivität Ihrer Interventionen langfristig zu sichern.

Die Weiterbildung beinhaltet konkrete Maßnahmen für die Diagnostik und das Training für Schüler und Schülerinnen mit Lese-Rechtschreibstörungen, Rechenstörungen, mangelhaften grafomotorischen sowie psychisch-kognitiven Voraussetzungen. Die Inhalte der Fortbildung soll es den Teilnehmern ermöglichen, innerhalb des Systems Schule die Lernmotivation und das Lernverhalten der Betroffenen positiv zu verändern und die durch Lernstörungen verursachten Folgen für die zukünftige Entwicklung zu begrenzen bzw. zu verhindern.

 

Ziel der Weiterbildungsmaßnahme

 

Die Teilnehmer sollen die in den Seminaren erarbeiteten diagnostischen Verfahren und Trainingsprogramme systematisch anwenden können. Anhand der Befundprofile können Sie spezifische, die auf die individuelle Situation der Schüler abgestimmten Trainings- und Beratungsinhalte, sowie Transfers in den Alltag der Betroffenen durchführen und deren Effektivität überprüfen.

 

Die Qualifizierungsmaßnahme wird bei Abschluss aller 5 Weiterbildungsteile zertifiziert.

Alle 5 Module sind in sich abgeschlossene Fortbildungen und können, unabhängig von der Reihenfolge, auch einzeln belegt werden.

 

 

Referenten: Jürgen Jäger und Michael Ertl; Lehrtherapeuten DVE, Lerntherapeuten TheraPlus

 

Termine siehe unter: www.tft-seminare.de/Terminvorlagen_bis_2022.pdf

 

Modul 1 Lese-Rechtschreibstörungen

 

Lese-Rechtschreibstörungen basieren auf einer Vielzahl von ätiologischen und mitbedingenden Faktoren. Viele dieser Faktoren sind im Leistungskatalog der einzelnen Fachgruppen aufgeführt (z.B. Auditive und visuelle Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen, weitere diverse neuropsychologische Störungen usw.). Für ein effektives therapeutisches Vorgehen sind nicht nur Kenntnisse über diese Faktoren relevant, sondern auch spezifisches Wissen über Lese-Rechtschreibleistungen.

 

Inhalte der Weiterbildung sind u.a.

 

  • Definition; Symptomatologie, ätiologische und mitbedingende Faktoren
  • Konzepte der Legasthenieforschung
  • Entwicklung von Lese-Rechtschreibfertigkeiten
  • Behandlung und Therapie von Vorläuferkompetenzen wie Phonologische Bewusstheit und Graphem-Phonem-Korrespondenz
  • Befundung von Lesefertigkeit, Leseverständnis und Rechtschreibleistung mit Screenings und standardisierten Verfahren wie ELFE 1-6, ZLT-II, WRT-Reihe u.a.
  • Therapeutische Interventionsmöglichkeiten mit silben- oder morphemorientierten Training, metakognitive Maßnahmen sowie PC-gestütztes Training
  • Vorstellung diverser Trainingsprogramme wie dem ELFE-Training, dem SOT  (Symbolgeleitete-orthografische Trainingsmethode) u.a.

32 Lehreinheiten

Modul 2 Rechenstörungen

 

Die Zahl der Kinder, die aufgrund einer Rechenschwäche außerschulische Lernförderung benötigen, ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Dies hängt in hohem Maße damit zusammen, dass neben der Lese- und Rechtschreibschwäche nun auch Rechenschwäche an Schulen zum Thema geworden ist und erst jetzt verstärkt ein Handlungsbedarf wahrgenommen wird.

Das Problem erkannt zu haben heißt aber noch lange nicht, damit adäquat umgehen zu können. Nicht nur Lehrkräfte, sondern auch Therapeuten sind oft unsicher in Bezug auf die Diagnostik und Förderung von Kindern mit Rechenschwäche.

 

Inhalte sind u.a.

 

  • Definition, Symptomatologie, ätiologische und mitbedingende Faktoren
  • Konzepte der Dyskalkulieforschung
  • Entwicklung von mathematischen Vorläuferkompetenzen
  • Befundung mathematischer Leistungen mit Screenings und standardisierten Testverfahren wie dem ZAREKI-R, DBZ 1 u.a.
  • Therapeutische Interventionsmöglichkeiten durch metakognitive Maßnahmen sowie Umfeld- und Beratungsarbeit
  • Vorstellung diverser Trainingsprogramme wie dem Dortmunder Zahlenbegriffstraining, Finger-Bilder-Rechnen u.a.

32 Lehreinheiten

 

 

Modul 3 Grafomotorische Störungen

 

Grafomotorische Störungen können den Schreiblernprozess, die Informationssicherung sowie das Lernen insgesamt empfindlich beeinträchtigen. Dies kann auch Folgen für die weitere psycho-emotionale Entwicklung der betroffenen Kinder haben.

 

Inhalte sind u.a.

 

  • Neurophysiologische und psychologische Modelle des Schreiblernprozesses und seiner Vorstufen innerhalb der kindlichen Entwicklung
  • Die spezifische Entwicklung grafomotorischer Fertigkeiten und die Bedeutung dessen für die Diagnostik und Training (Basic-Scribbles)
  • Umfassende grafomotorische Diagnostik ab Eingangsklassenalter in Durchführung und Interpretation wie GMT, KGB, Marburger Komplexbild sowie qualitativer und quantitativer Schreibanalyse.
  • Zusätzlich feinmotorische und grafomotorische Überprüfungstools
  • Planung und Durchführung eines individuell angepassten Trainings u. a. mit „Den Stift im Griff“ und „Marburger Graphomotorischen Übungen“, sowie dem Schreiben unterstützende Maßnahmen und Hilfsmittel

32 Lehreinheiten

 

 

Modul 4 Schulkinder mit Aufmerksamkeitsstörungen

 

Aufmerksamkeitsbedingte Schwierigkeiten bei schulischen Anforderungen stellen die betroffenen Kinder sowie Eltern und Lehrer immer wieder vor große Herausforderungen. Nicht selten entsteht schon in der frühen Grundschulzeit ein Teufelskreis aus Überforderung, Misserfolgserleben, immer
geringer werdender Anstrengungsbereitschaft bis hin zu offener Leistungsverweigerung beim Schulkind. Seitens der Eltern und Lehrer herrscht oft Ratlosigkeit und gegenseitige Schuldzuweisung, Appelle und allgemeine kindbezogene Maßnahmen bringen oftmals nicht den erwünschten Erfolg. Langfristig besteht die Gefahr, dass die betroffenen Schüler trotz normaler oder sogar überdurchschnittlicher Intelligenz nur einen mangelhaften Bildungsabschluss erreichen und ihre psychosoziale und emotionale Entwicklung bis ins Erwachsenenalter einen ungünstigen Verlauf nimmt.

 

Die Teilnehmer erhalten einen bewährten Praxisleitfaden, der sie sicher durch die relevanten diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen führt

 

Inhalte sind u.a.

 

  • Kurzer theoretischer Abriss über die Theorie von Aufmerksamkeitsstörungen
  • Erlernen der Durchführung, Auswertung und Interpretation des TEA-Ch sowie d2-R
  • Durchführung aussagekräftiger Arbeitsproben
  • Trainingsmaßnahmen in Anlehnung an LAUTH & SCHLOTTKE (Basis- und Strategietraining)
  • Anwendung grundlegender operanter Techniken und Strategien zur Verhaltensmodifikation
  • Transfer der Trainingsinhalte in Schule und Elternhaus sowie weitere umfeldzentrierte Maßnahmen

24 Lehreinheiten

 

 

Modul 5 Lern- und Gedächtnisstörungen

 

Gedächtnisstörungen bei den Betroffenen sind im Alltag oft Ursache von Leistungsproblemen in der Schule sowie in anderen Lebensbereichen. Die Schüler verfügen trotz ausreichender Intelligenz nur über unzureichende bzw. ineffektive Strategien zur Bewältigung von Gedächtnisanforderungen.

 

Mit dem „Reminder-Training“ und dem „MEMO-Training“ können Merk- und Lernstrategien vermittelt werden, die es Schülern ermöglicht, Anforderungen des Lern- und Leistungsalltags besser zu bewältigen. Spielerisch werden u. a. Visualisierungs- und Verbalisierungsfähigkeiten ausgebaut und die Konzentrationsfähigkeit gesteigert. Ein begleitendes Übungsprogramm für zu Hause, sowie Tipps und Hinweise für die Elternberatung sind ebenfalls Bestandteil des Trainings. Die wesentlichsten Inhalte sind:

 

  • Kennenlernen von Gedächtnisstrategien
  • Üben der Anwendung von Gedächtnisstrategien
  • Variable Übertragung der Gedächtnisstrategien auf diverse Anforderungen
  • Herausfinden der eigenen Präferierungen

Der Kurs bietet zunächst eine Einführung in die entwicklungsbezogenen Grundlagen des Gedächtnisses und in die Diagnostik von Merk- und Lernstörungen anhand standardisierter Verfahren und Arbeitsproben. Anschließend wird das Anwenden der Trainingsprogramme praxisnah erläutert und praktisch erprobt sowie auf schulrelevante Anforderungen übertragen.

 

16 Lehreinheiten

 

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